{"id":610,"date":"2016-09-04T13:30:30","date_gmt":"2016-09-04T11:30:30","guid":{"rendered":"http:\/\/richardparker.ch\/?p=610"},"modified":"2016-09-22T16:20:34","modified_gmt":"2016-09-22T14:20:34","slug":"die-wellen-von-nazare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/richardparker.ch\/?p=610","title":{"rendered":"Die Wellen von Nazar\u00e9"},"content":{"rendered":"<p>Nach der galizischen K\u00fcste, der Rundung des schroffen Capo Finisterre und den lieblichen Rias, grosse langgezogene Buchten, welche tief in das Land hineinf\u00fchren und mit einer Vielzahl von gesch\u00fctzten Buchten und malerischen Ortschaften aufwarten, f\u00fchrt der Weg nach S\u00fcden entlang der portugiesischen K\u00fcste. Die portugiesische K\u00fcste ist f\u00fcr viele Segler die Angstk\u00fcste von Europa. Selbst gestandene Nordseesegler, Nordmeerfahrer und Biscaya Bezwinger werden ganz leise und bescheiden, wenn es um eine Fahrt entlang der portugiesischen K\u00fcste geht. <!--more--><\/p>\n<p>Die unz\u00e4hligen Hafen- und Revierf\u00fchrer werden auch nicht m\u00fcde, vor den schwierigen Bedingungen, welche teilweise vorherrschen k\u00f6nnen, zu warnen und immer wieder zu predigen, dass viele H\u00e4fen nur bei guten Bedingungen anzulaufen seien und vor allem nie bei Wind und Welle aus s\u00fcdwestlicher Richtung, und schon gar nicht bei ablaufendem Wasser und bei heftigem Regen im Hinterland. Es mag fast der Eindruck entstehen, dass die K\u00fcste am besten grunds\u00e4tzlich zu meiden sei.<\/p>\n<p>Versucht der Skipper, all dieser Warnungen zum Trotz, zu ein paar Informationen \u00fcber die sichere Navigation an dieser K\u00fcste zu gelangen, so findet er stattdessen in den einschl\u00e4gigen Internetforen unz\u00e4hlige Geschichten von Seglern, welche die Warnungen ebenfalls so leichtfertig in den, im Sommer so selten vorherrschenden S\u00fcdwest Wind geschlagen haben und in einer an \u00dcberheblichkeit fast nicht zu \u00fcbertreffenden Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung die Fahrt gewagt haben und nur knapp, nur ganz knapp dem seglerischen Waterloo, dem Totalverlust von Yacht, Crew und aller Seglerehre entgangen sind.<\/p>\n<p>Nur wenige Quellen liefern realistische Einsch\u00e4tzungen und jene wichtigen Informationen, welche mit einer guten Portion Seemannschaft eine sichere Navigation erm\u00f6glichen.<br \/>\nDie Geografie der portugiesischen K\u00fcsten bietet nur wenige gesch\u00fctzte Orte f\u00fcr sichere H\u00e4fen. Die meisten H\u00e4fen sind den Wellen und dem Wind erbarmungslos ausgesetzt. Gerade im Winterhalbjahr von Oktober bis April, bei starken s\u00fcdwestlichen Winden und der unerm\u00fcdlichen Atlantikd\u00fcnung aus nordwestlicher Richtung entstehen so, in Kombination mit dem rasch ansteigenden Meeresgrund riesige Wellen, welche sich an der K\u00fcste zu wahren Monsterwellen auft\u00fcrmen und mit urweltlicher Kraft in den Hafeneinfahrten brechen und auf die K\u00fcsten donnern.<\/p>\n<p>Was des Seefahrers Leid ist, ist des Surfers Gl\u00fcck \u2013 so sind die gr\u00f6ssten Wellen der Welt in Nazar\u00e9, s\u00fcdlich von Porto, mit \u00fcber 30 Metern H\u00f6he gemessen und werden immer wieder f\u00fcr waghalsige Rekorde genutzt. Seit Februar 2013 h\u00e4lt der Wellenreiter Robin McNamarra den Rekord mit der h\u00f6chsten gerittenen Welle von rund 30 Metern, n\u00f6rdlich der Hafeneinfahrt von Nazar\u00e9.<br \/>\nIm Sommerhalbjahr ist die Situation deutlich ruhiger \u2013 dennoch lohnt es sich die Wellen, den Wind und den Zustand der verschiedenen Hafeneinfahrten zu beobachten. Selbst bei wenig Wind kann eine unangenehme Welle, welche vielleicht \u00fcber tausende Seemeilen entfernt im Atlantik entstanden ist, auf die K\u00fcste treffen und die Fahrt ungem\u00fctlich machen.<\/p>\n<div style=\"width: 660px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-610-1\" width=\"660\" height=\"371\" autoplay preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"http:\/\/richardparker.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Nazar\u00e9.mp4?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/richardparker.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Nazar\u00e9.mp4\">http:\/\/richardparker.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Nazar\u00e9.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p>Unser Video zeigt den Strand von Nazar\u00e9, bei moderatem Wind und wenig D\u00fcnung und Welle. Man kann sich wohl leicht ausmalen, wie es aussehen k\u00f6nnte, wenn der Wind st\u00e4rker und die Atlantik D\u00fcnung h\u00f6her w\u00e4ren \u2013 dann h\u00e4tte es aber wohl auch mehr als bloss einen Wellenreiter im Wasser.<\/p>\n<p>F\u00fcr Interessierte:<br \/>\nWir haben bei nordwestlichen Winden von 4 bis 5 Windst\u00e4rken und Wellen von etwa zwei Metern im Abstand von \u00fcber 10 Sekunden aus 330\u00b0 den Hafen Viano do Castelo, Figueira da Foz und Nazar\u00e9 ohne jegliche Probleme angefahren. Aveiro haben wir jedoch wegen der Welle nicht angelaufen, obschon die portugiesischen Beh\u00f6rden keine Sperrung oder Teilsperrung der Einfahrt f\u00fcr Yachten kommuniziert h\u00e4tten, haben wir uns dabei nicht wohl gef\u00fchlt und haben die 35 Seemeilen nach Figueira noch drangeh\u00e4ngt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der galizischen K\u00fcste, der Rundung des schroffen Capo Finisterre und den lieblichen Rias, grosse langgezogene Buchten, welche tief in das Land hineinf\u00fchren und mit einer Vielzahl von gesch\u00fctzten Buchten und malerischen Ortschaften aufwarten, f\u00fchrt der Weg nach S\u00fcden entlang der portugiesischen K\u00fcste. Die portugiesische K\u00fcste ist f\u00fcr viele Segler die Angstk\u00fcste von Europa. 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