{"id":354,"date":"2016-05-27T13:02:55","date_gmt":"2016-05-27T11:02:55","guid":{"rendered":"http:\/\/richardparker.ch\/?p=354"},"modified":"2016-06-07T13:35:23","modified_gmt":"2016-06-07T11:35:23","slug":"quer-ueber-die-deutsche-bucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/richardparker.ch\/?p=354","title":{"rendered":"Quer \u00fcber die Deutsche Bucht"},"content":{"rendered":"<p>Esbjerg k\u00e4mpft. \u00dcber Jahrhunderte bestimmten die Fischschw\u00e4rme den Takt der Stadt. Das 18. Jahrhundert galt ganz dem Hering, es schien, als ob es f\u00fcr alle Zeit genug Fisch gab, um all die Einkommen der Stadt zu sichern. Und so fuhren mit jeder einsetzenden Ebbe die Fischer durch die Graense raus aufs Meer und kehrten mit vollen Netzen mit der einsetzenden Flut zur\u00fcck. Aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschwanden die riesigen Heringsschw\u00e4rme. Die Fischer blieben aber.<!--more--><\/p>\n<p>Um die Einkommen zu sicher, heuerten viele Esbjerger auf Walf\u00e4ngern an und steuerten sodann fern der d\u00e4nischen K\u00fcste liegende Gebiete vor Gr\u00f6nland an. Andere wiederum zogen in den Krieg, denn es war wieder einmal Krieg in Europa und D\u00e4nemark mittendrinn.<br \/>\nNach dem Krieg kam der n\u00e4chste Krieg und dann noch ein Krieg. Und dann kam wieder die Zeit der Fischer. Moderne Fangschiffe, die Wochen auf See bleiben konnten, pr\u00e4gten fortan das Bild des stetig wachsenden Hafens in Esbjerg. Aber Jahr f\u00fcr Jahr wurde es schwieriger, mit Fisch genug Geld zu verdienen. Und nach mehreren Jahrhunderten der Fischerei war es nun Zeit, das wirtschaftliche \u00dcberleben der Stadt mit einem neuen Industriezweig zu sichern. \u00d6l. Zwar hatten die Esbjerger kein eigenes \u00d6l, aber ihr Hafen lag g\u00fcnstig, um die Plattformen in der Nordsee mit G\u00fctern, Ersatzteilen und gar ganzen, neuen Plattformen zu versorgen. Und so verdr\u00e4ngten rasch riesige schwimmende Arbeitsplattformen, Bagger und Kranschiffe die Fischereiflotte. Was blieb, waren ein paar wenige K\u00fcstenfischer.<\/p>\n<p>Doch das \u00d6l wurde immer g\u00fcnstiger und gerade in den letzten Monaten sp\u00fcren die Esbjerger ganz stark, dass mit \u00d6l auch nicht gen\u00fcgend Geld zu verdienen ist. Sehr rasch hat aber die Stadt nun wieder die Industrie gewechselt. Wind. In der Nordsee entstanden und entstehen weiterhin riesige Windparks. Und alle die Turbinen m\u00fcssen auch mit Ersatzteilen und Arbeitern versorgt werden. Und so liegen nun im Hafen bis zu 40m lange Rotorbl\u00e4tter, 700 Tonnen schwere Sockels\u00e4ulen welche darauf warten, draussen in der Nordsee zu einem Windrad montiert zu werden.<\/p>\n<p>Sehr \u00e4hnlich erging es auch dem Ziel unserer \u00dcberfahrt. Helgoland. Mit dem Unterschied, dass die Helgol\u00e4nder die strategisch wichtige Lage der Insel besser nutzen konnten, sei es mal als Umschlagplatz f\u00fcr Schmuggler zur Zeit der napoletanischen Kontinentalsperre oder als wichtiger Kriegshafen in all den europ\u00e4ischen Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Helgol\u00e4nder haben es immer wieder verstanden, aus dem kleinen Felsen, mitten in der Nordsee liegend, einen Nutzen zu ziehen und mit den unterschiedlichen Herrschaften, ein f\u00fcr beide Seiten lukratives Arrangement zu finden. Und noch heute w\u00e4hnt man sich beim Besuch des Unter- oder Oberlandes in einem Piratennest. Eine verschworene Gesellschaft, wo man reingeboren wird oder immer Tourist bleibt. Fr\u00fcher als Badegast heute mehr als Vogelbeobachter oder Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger. Denn Helgoland kennt keine Mehrwertsteuer. Auch wieder ein Arrangement mit der heutigen Obrigkeit. Eben, Piraten.<\/p>\n<div style=\"width: 660px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-354-1\" width=\"660\" height=\"371\" autoplay preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"http:\/\/richardparker.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Esbjerg-Helgoland.mp4?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/richardparker.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Esbjerg-Helgoland.mp4\">http:\/\/richardparker.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Esbjerg-Helgoland.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p>Die \u00dcberfahrt von Esbjerg nach Helgoland f\u00fchrt zuerst durch das d\u00e4nische Wattenmeer, Teil des UNESCO Weltkulturguterbe und dann entlang der K\u00fcste von Sylt und Amrum nach S\u00fcden. Mit idealem R\u00fcckenwind, m\u00e4ssig hohen Wellen, etwas Regen, keine Sonne daf\u00fcr aber teilweise stockdichtem Nebel hatten wir viel weniger lange, als gedacht. Die rund zw\u00f6lf Stunden verbrachten wir aber meist unter Deck oder oben im Doghouse (festes, gegen achtern offenes Verdeck \u00fcber dem Niedergang ins Boot). Bei dem feuchten, kalten Wetter kam einfach keine grosse Segelfreude auf. Und so schlief die eine H\u00e4lfte der Crew abwechslungsweise, w\u00e4hrend die andere H\u00e4lfte oben in den Nebel vor dem Bug starrte und Wache hielt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Esbjerg k\u00e4mpft. \u00dcber Jahrhunderte bestimmten die Fischschw\u00e4rme den Takt der Stadt. Das 18. Jahrhundert galt ganz dem Hering, es schien, als ob es f\u00fcr alle Zeit genug Fisch gab, um all die Einkommen der Stadt zu sichern. 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